Zum 150. Geburtstag von Erhard Auer

01. Januar 2025

Der SPD-Ortsverein Fürstenzell nahm mit einer Abordnung an der Gedenkveranstlatug zum 150. Geburtstag von Erhard Auer in Neuburg am Inn teil. Erhard Auer wurde 1874 als uneheliches Kind in Dommelstadl geboren und wuchs als „Gemeidearmer“ auf. Bereits mit 12 Jahren musste er die Schule verlassen und als Landarbeiter sein Leben verdienen. Mit 15 Jahren gehörte er zu den Mitbegründern einer sofort wieder verbotenen Landarbeiterbewegung. ...

...Nach seinem Militärdienst trat er 1896 in ein Münchener Handelshaus ein und erreichte im Laufe der Zeit eine leitende Stellung. Im Jahr 1900 trat er dann in die Ortskrankenkasse München ein. Seit 1892 war Auer Mitglied der SPD, er wurde Leiter des Landessekretariats. 1907 wurde Auer Mitglied der Bayerischen Abgeordnetenkammer und von 1919 bis zum Ende der Republik Vizepräsident des Bayerischen Landtages. Als nach den Landtagswahlen am 21. Februar 1919 Kurt Eisner seinen Rücktritt als Ministerpräsident erklären wollte, wurde dieser auf dem Weg dorthin von einem Attentter erschossen. Im Landtag kam es daraufhin zu Tumulten, bei denen Erhard Auer ebenfalls angeschossen und schwer verletzt wurde. 1919/20 war er Mitglied der verfassunggebenden Nationalversammlung. Bis zum 10.2.1933 blieb er Mitglied des Bayerischen Landtags in verschiedensten politischen Funktionen. Nach der Machtergreifung durch die NSDAP tauchte Auer zunächst unter, floh nach Innsbruck und kehrte kurze Zeit später nach München zurück. Zu Beginn der Stadtratsitzung am 9. Mai 1933 forderte die NSDAP die Entfernung der sechs SPD-Stadtratsmitglieder aus dem Sitzungssaal und setzte dies gewaltsam um. Erhard Auer kam in Schutzhaft in das Gefängnis Stadelheim und war bis 1944 mehrmals in Haft. Er starb am 20. März 1945 in Giengen an der Brenz. Nach dem historischen Rückblick des Neuburger SPD-Vorsitzenden Helmut Hehenberger stellte der Bildungsbeauftragte Uli Langguth die Frage zur heutigen Bedeutung Erhard Auers. Die Forderung nach sozialer Gerechtigkeit und der Kampf für die Demokratie hatten Erfolg. Aber Erhard würde sicher vor den aktuellen Tendenzen warnen, die unsere bewährte freiheitlich demokratische Staatsform verachten. Als Innenminister würde er sich an die Menschen wenden und rufen: „Wehret den Anfängen“. Wir leben in einem Land, um dessen Sicherheit, Freiheit und soziale Errungenschaften uns viele beneiden. Alles schlechtzureden helfe nicht weiter. Der positivie Blick nach vorne und der Wunsch nach steter Verbesserung muss das Ziel sein. Am Mariensteg unterhalb der Neuburg befindet sich eine Gedenktafel an den großen Sohn der Gemeinde Neuburg. Ein Platz zum Innehalten, der zugleich (im wahrsten Sinne) eine Brücke schlägt und Menschen verbindet.

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